FTB neu:

Nach den Unstimmigkeiten zwischen den verantwortlichen Personen der StLB und von der Feistritztalbahn-Betriebsges.m.b.H. (FTB) und Club U 44 gab es im Frühjahr 2016 doch den großen Durchbruch: Die Strecke Weiz – Birkfeld wurde zu einem symbolischen Betrag an die FTB übergeben. Nun galt es, die behördlichen Hürden bis zur Betriebs-Bewilligung zu meistern, ehe am 16.04.2016 nach eineinhalb Jahren Unterbrechung der durchgehende Betrieb zwischen Weiz und Birkfeld wieder aufgenommen wurde. Die Tourismusbetriebe nahmen dies mit großer Erleichterung zur Kenntnis, nachdem der 2015 durchgeführte Rumpfbetrieb Birkfeld – Anger doch erhebliche Fahrgasteinbußen zur Folge hatte. So konnte man bald auch eine gute Entwicklung bei den Fahrgastzahlen feststellen.

Trotz dieser positiven Entwicklung kamen bald Unstimmigkeiten innerhalb der Führung der FTB zu wirken, welche letztendlich zur Abberufung des Geschäftsführers für den technischen und betrieblichen Bereich führten. Seit diesem Zeitpunkt ist die bisher für den administrativen und Marketingbereich zuständige Geschäftsführerin allein verantwortlich. Sie wurde von einem für die Technik allein verantwortlichen Mitarbeiter unterstützt. Ob diese Entscheidung für die Zukunft von Vorteil sein wird, gilt abzuwarten. In der Folge gab es auch große Differenzen im personellen Bereich, was in der Abwanderung etlicher altgedienter Mitarbeiter aus den Reihen des Club U44 gipfelte.

Offensichtlich ist, dass schon jetzt in wichtigen Bereichen in punkto Erfahrenheit und Fachkenntnis Defizite aufgetreten sind. Im betrieblichen Bereich fielen etliche Dampfzüge aus, bzw. wurden durch Dieselloks ersetzt. Auch wurden einige Züge mangels betriebsbereiter Lokomotive gestrichen. Bereits 14 Tage vor dem fahrplanplanmäßigen Ende wurde der Betrieb 2016 eingestellt. Als Grund für die vorzeitige Einstellung wurden Arbeiten an der Strecke und den Viadukten genannt. Erwähnt muss auch der schlechte Zustand der Fahrbetriebsmittel werden: Am Ende der Saison 2016 waren – erstmals seit der Einführung der Dampfbummelzüge – alle vorhandenen Dampflokomotiven untauglich abgestellt. Zur Bewältigung des Fahrgastaufkommens waren nicht genügend einsatzfähige Waggons vorhanden, es mussten vereinzelt sogar Fahrgäste abgewiesen werden.

Derzeit weilt die Dampflokomotive U 8 in Criscior, Rumänien zur Aufarbeitung. Die Kh 101 hatte ein Problem an der Klien-Lindner-Achse, das mittlerweile behoben wurde. Diesbezügliche Probefahrten stehen noch aus. Die Diesellokomotiven VL12 und VL16 sind beide reparaturbedürftig und nur mindertauglich einsetzbar.

Nach den Abgängen fehlt es an qualifiziertem, geprüftem Personal, was sich letztendlich auch im Fahrplan 2017 widerspiegelt. Dampflokgeführte Züge verkehren nur mehr an Samstagen, die Züge an Wochentagen werden mit einer Diesellok gefahren. Die Betriebssaison 2017 mit dem Beginn Mitte Juni und Betriebsende Anfang Oktober wurde im Vergleich zu 2016 weiter eingeschränkt. Ein positives Betriebsergebnis ist damit sicher schwerer zu erreichen – eine alte Weisheit sagt: „Wer kein attraktives Angebot stellen kann, wird auch keine großen Einnahmen haben“. Es bleibt abzuwarten, was die neuen Maßnahmen bewirken werden. Leider hat man den Club U 44, Mitgesellschafter der FTB, in diese Entscheidungen nicht mit eingebunden. Wir wünschen der FTB alles Gute!

Karl Schellauf
Club U44