Strecke

Besteigen Sie doch mit mir den Zug am Bahnhofsvorplatz in Weiz (km 0, 462m).

Bald Geschichte? Die Kreuzung mit der Normalspur
Bald Geschichte? Die Kreuzung mit der Normalspur

Ein kurzer Ruck, und los gehts. Wir kreuzen die Bahnverbindung Weiz-Gleisdorf und dann geht es in einigen weitgeschwungenen Kurven zur Haltestelle Büchl. Lautes Stampfen der Lok und die langsamer werdende Fahrt zeigen an, daß wir dabei sind die erste Hügelkette zu überqueren. Richtung Norden hat man einen wunderschönen Blick auf die Kirche Weizberg.

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Foto: Dietmar Zehetner
Foto: Dietmar Zehetner

Unmittelbar nach Büchl verschwindet der Zug erstmalig im Wald. Etliche Quellbäche der Ilz querend führt die Trasse entlang dem Abhang des Raasberges stetig bergauf, wobei Steigungen bis zu 25 Promille auftreten. Nach dem wir über den 59m langen Nöstl-Viadukt gefahren sind, erreichen wir schließlich die Haltestelle Peesen (km 4,9, 470m). Es folgen der Peesen- (42m) und der Baz-Viadukt (59m). Bei den Brücken der Feistritztalbahn fällt auf, daß seinerzeit erstmalig die neue Bauform des Stahlbetongewölbes in großem Umfang angewendet wurde.

Nach der Haltestelle Bachl (km 6,1, 483m) überqueren wir den Bachl-Viadukt (93m), der ausnahmsweise mal in traditioneller Bruchsteinbauweise errichtet wurde.

Nun kommen wir bei km 7,8 zum absoluten Glanzstück der Strecke, dem 276m langen Grub-Viadukt, der mit seinen vier Hauptöffnungen aus Stahlbeton und neun weiteren Nebenöffnungen jeder Hauptbahn Ehre machen würde!

Auf dem Grub-Viadukt
Auf dem Grub-Viadukt

Bald danach überquert die Bahn die Bundesstaße und erreicht die Haltestelle Hart-Puch (km 8,5, 510m)Seit dem Ausbau der Bundesstraße ist sie nur noch als Abstellgleis erkennbar. Hier, am höchsten Punkt des ersten Abschnitts durchstößt sie die Kuppe der Hügelkette mittels des 223m langen Hart-Tunnels.

EK über die Bundesstraße kurz vor dem Tunnel Hart
EK über die Bundesstraße kurz vor dem Tunnel Hart

Anschließend senkt sich die Trasse wieder hinab ins Feistritztal wo sie bei km 10,8 den Fluß mittels des 133m langen Feistritz-Viaduktes überquert. Kurz darauf wird der ehemalige Endpunkt der Strecke der StLb erreicht, die Verladeanlage des Talkumwerkes. Moderne Güterwagen und eine weithin sichtbare Materialseilbahn zeigen, daß hier vor nicht allzu langer Zeit noch reger Güterverkehr herrschte. Inzwischen hat sich die Landesbahn komplett zurückgezogen und uns gehört die Strecke schon ab Weiz.

Kurz darauf erreicht der Zug Anger wo er zum ersten mal planmäßig stehenbleibt. Der romantische Bahnhof Anger begrüßt seine Gäste mit dem netten Spruch: „Kein weiter Weg, kein langer, statt Mallorca Anger“. In Anger wird erst mal Wasser gefaßt, und dann geht es steil bergan, an der Firma ADA vorbei weiter Richtung Birkfeld.

Wasserfassen in Anger Foto: Dietmar Zehetner
Wasserfassen in Anger Foto: Dietmar Zehetner
Foto Dietmar Zehetner
Foto Dietmar Zehetner

Die Landschaft ändert jetzt schlagartig ihr Aussehen. Das Tal wird eng und Bahn und Straße schlängeln sich, etliche Mal kreuzend, zwischen Fels und Fluß durch das zunehmend enger werdende Tal.

Zwischen Anger und Rosegg Foto Dietmar Zehetner
Zwischen Anger und Rosegg Foto Dietmar Zehetner
Haltestelle Rosegg Foto Dietmar Zehetner
Haltestelle Rosegg Foto Dietmar Zehetner

Der Zug passiert die Haltestelle Rosegg und durchschneidet bei km 18,8 den 93m langen Frondsberg-Tunnel um kurz darauf Koglhof zu erreichen. Der Bahnhof Koglhof, er dient heute als Gasthaus und Bäckerei is auch Endstation für unsere Fahrgäste, die die Sommerrodelbahn ansteuern. Sie ist von dort aus in wenigen Minuten zu Fuß erreichbar.

EK bei Kogelhof
EK bei Kogelhof
Halt in Koglhof
Halt in Koglhof

Bei der Weiterfahrt geht es bei km 20,9 durch den 106m langen Kirchleiten-Tunnel und den 78m langen Hollosbach-Viadukt. (Nach einem Unwetter am 14.7.1918 stürzte der Mittelteil der Brücke in sich zusammen und wurde dann durch eine Stahlkostruktion ersetzt.)

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Der Hollosbachviadukt kurz vor Birkfeld

Der Zug überquert nun bei km 22,7 den 90m langen Birkfelder Viadukt und gleich darauf wird Birkfeld hoch oben auf dem Berg sichtbar. Wir haben das Ziel erreicht. Alle Aufenthalte mitgerechnet, liegen knapp zwei Stunden erlebnisreiche Fahrt hinter uns. (Rückwärts geht es schneller, da dauert die Fahrt (Leider) nur etwa 67 Minuten.)

Die weitere Trasse von Birkfeld nach Ratten ist inzwischen Geschichte und heute ein Radweg.